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Lebensraumtyp 4030 - Trockene europäische Heiden

Vorkommen

Karte Vorkommen der Heiden

Die Heiden kommen im Projektgebiet nur kleinflächig am östlichen Taunusrand auf kargen beweideten Böden vor. Besonders auf militärisch genutzten Flächen haben sie sich gehalten bzw. neu entwickelt (Teilgebiete 15 und 17). Hervorzuheben sind die Vorkommen in Teilgebiet 8, hier sind die Heiden noch in einem Komplex mit Magerrasen und Grünland zu finden. Gestörte Relikte von Heiden finden sich in den Teilgebieten 4, 16 und 21d.

Heide mit Deutschem Ginster

Deutscher Ginster (Genista germanica) auf einer leicht gestörten Heidefläche mit der sich ausbreitenden Lupine (Lupinus polyphyllus), einem Neophyten, im Teilgebiet 8.

Pflanzensoziologisch gehören sie zur Gesellschaft der subatlantischen Sandginster-Heide (Genisto pilosae-Callunetum n. OBERDORFER 1978).

Heide in Teilgebiet 13b

Durch Besenheide (Calluna vulgaris) geprägte, gut ausgebildete Heidefläche (Teilgebiet 13b), die ohne Assozia­tionskennarten der Calluna-vulgaris-[Genistetalia]-Basalgesellschaft zugeordnet werden kann.

Zwergstrauchheiden gehören zu den gesetzlich geschützten Biotopen (gemäß § 30 BNatSchG in Verbindung mit dem § 13 (1) HAGBNatSchG).

Pflanzen und Tierwelt

  • Deutscher Ginster (Genista germanica)
  • Berg-Sandglöckchen (Jasione montana)
  • Heide-Grashüpfer (Stenobothrus lineatus)
  • Hunds-Veilchen (Viola canina)

Die Heiden werden durch das dominante Vorkommen von Besenheide (Calluna vulgaris) geprägt. Im Projektgebiet treten in geringem Umfang die Zwergsträucher Heideginster (Genista pilosa) und Deutscher Ginster (Genista germanica) auf. Typisch für die Heiden im Gebiet ist die regelmäßige Beimischung von Arten der Borstgrasrasen (Klasse Nardo-Callunetea) wie z. B. Dünnblättriger Schafschwingel (Festuca filiformis), Dreizahn (Danthonia decumbens), Blutwurz (Potentilla erecta), Hunds-Veilchen (Viola canina), Spitzflügelige Kreuzblume (Polygala vulgaris ssp. oxyptera), Niedriges Labkraut (Galium pumilum), Hasen-Segge (Carex ovalis), Bleiche Segge (Carex pallescens), Schwarze Flockenblume (Centaurea nigra), Gewöhnliche Kreuzblume (Polygala vulgaris) und Hasenbrot (Luzula campestris). Typsiche Begleiter magerer sauerer Standorte wie Rotes Straußgras (Agrostis tenuis), Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa), Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella), Doldiges Habichtskraut (Hieracium umbellatum), Glattes Habichtskraut (Hieracium laevigatum) sowie Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia) sind hier zu finden.

Besonders hervorzuheben ist das Vorkommen der Gefleckten Keulenschrecke (Myrmeleotettix maculatus), die ihren Verbreitungsschwerpunkt in Sand- und Heidegebieten hat (Bellmann 1993). Sie prägt als dominante Art das NSG Hölle von Rockenberg (Teilgebiet 8).

Erhaltungszustand des Lebensraumtyps Heide (LRT 4030) im Projektgebiet

Die Heiden haben zwar nur eine geringe Flächenausdehnung, sie wurden aber aufgrund ihrer Artenausstattung und Habitatstrukturen zum größten Teil mit „gut“ bewertet.

Gefährdungen

Gefährdungen im Projektgebiet sind v.a. Verbrachung und Verbuschung, Pioniergehölze wie Besenginster, Salweide, Birke und Zitterpappel sind in fast allen Flächen zu finden.

Geplante Maßnahmen

Entbuschung und Entkusselung (= mechanische Entfernung von aufkommendem Gehölzaufwuchs)

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Ein hessisches Life+ Projekt


Online: http://www.wetterauer-hutungen.de/de/naturschutz/lebensraumtypen-4030-mitteleuropaeische-heide.html
Datum: 06.05.2016
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