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Lebensraumtyp *6230 - Artenreiche montane Borstgrasrasen auf Silikatböden

Vorkommen

Karte Vorkommen der Borstgrasrasen

Die Borstgrasrasen sind in den FFH-Gebieten „Salzwiesen bei Münzenberg“ und den „Basaltmagerrasen am Rande der Wetterauer Trockeninsel“ in insgesamt sieben Teilgebieten anzutreffen. Sie lösen auf nährstoffarmen Standorten, die sehr basenarm sind, den LRT 6212 ab. Sie kommen im Planungsgebiet im zentralen Bereich bei Münzenberg und im Südosten auf sehr sauren Untergrundgesteinen vor. Kleinflächig gibt es sie auch im Osten des Gebietes.

Borstgrasrasen im Teilgebiet Traiser Steinberg

Pflanzensoziologisch werden sie zur Gesellschaft Polygalo-Nardetum - Kreuzblümchen-Borstgrasrasen gezählt.

Borstgrasrasen gehören zu den gesetzlich geschützten Biotopen (gemäß § 30 BNatSchG in Verbindung mit dem § 13 (1) HAGBNatSchG).

Borstgrasrasen

Auch wenn die Borstgrasrasen derzeit nur in 7 der 65 Teilgebiete vorkommen besteht ein großes Potential zur Entwicklung von Borstgrasrasen bei gezielter Pflege.

Pflanzen und Tierwelt

  • Zauneidechse (Lacerta agilis)
  • Mittleres Leinblatt (Thesium linophyllon)
  • Schwalbenschwanz (Papilio machaon)
  • Gewöhnliches Kreuzblümchen (Polygala vulgaris)
  • Hunds-Veilchen (Viola canina)

Die Borstgrasrasen des LIFE-Projektgebietes werden durch folgende typische Charakterarten geprägt: Gewöhnliche Kreuzblume (Polygala vulgaris), Dünnblättriger Schafschwingel (Festuca filiformis), Hunds-Veilchen (Viola canina), Spitzflügelige Kreuzblume (Polygala vulgaris ssp. oxyptera), Niedriges Labkraut (Galium pumilum), Hasen-Segge (Carex ovalis), Bleiche Segge (Carex pallescens) und Borstgras (Nardus stricta). Weitere Charakterarten der Borstgrasrasen kommen hinzu: Dreizahn (Danthonia decumbens), Hasenbrot (Luzula campestris), Besen-Heide (Calluna vulgaris), Blutwurz (Potentilla erecta) und Vielblütiges Hasenbrot (Luzula multiflora).

Ein großer Teil der vorhandenen Borstgrasrasen ist vegetationskundlich und floristisch hochwertig und durch seine Ausstattung überregional bedeutsam.

An wertgebenden Arten sind zu nennen: Spitzflügeliges Kreuzblümchen (Polygala oxyptera), Katzenpfötchen (Antennaria dioica), Steifer Augentrost (Euphrasia stricta), Wiesen-Augentrost (Euphrasia rostkoviana), Deutscher Ginster (Genista germanica) und als lokale Besonderheit Gewöhnliche Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris). VOGT-ROSENDORF (2007) fand zudem auf einer degradierten Brache im TGB 18 die Echte Mondraute (Botrychium lunaria).

Hervorzuheben ist das Vorkommen des Schwarzfleckigen Grashüpfers (Stenobothrus nigromaculatus - RLH 2) am Traiser Steinberg (TG 13b), der für die Wetterau eine Besonderheit darstellt.

Erhaltungszustand des Lebensraumtyps Borstgrasrasen (LRT *6230) im Projektgebiet

Aufgrund der Artenausstattung und Habitatstrukturen wurden 63 % der LRT-Flächen mit „gut“ bewertet.

Gefährdungen

Gefährdungen im Projektgebiet sind v.a. Unternutzung und dadurch bedingte Verfilzung, Vergrasung und Verbuschung. Gefährdung durch Düngung oder Überweidung betrifft nur geringe Anteile.

Geplante Maßnahmen

Entbuschung und Entkusselung. Wiederaufnahme der Beweidung.

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Ein hessisches Life+ Projekt


Online: http://www.wetterauer-hutungen.de/de/naturschutz/lebensraumtypen-6230-artenreiche-borstgrasrasen.html
Datum: 06.05.2016
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