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Lebensraumtyp 6212 - Submediterrane Halbtrockenrasen (Mesobromion)

Vorkommen

Karte Vorkommen der submediterranen Halbtrockenrasen

Die submediterranen Halbtrockenrasen sind der zentrale Ziel-Lebensraumtyp dieses LIFE-Projektes. Sie kommen in 56 der 65 Teilgebiete vor. Sie umfassen eine Gesamtfläche von 26,2 ha. Ihr Hauptverbreitungsschwerpunkt liegt am Rande des Vogelsbergs, in der östlichen Niddaer Gemarkung und im Umfeld der Stadt Münzenberg.

Halbtrockenrasen im Teilgebiet 13f Katzenberg

Die Ausprägungen der Magerrasen sind sehr vielfältig. Pflanzensoziologisch werden die beweideten Halbtrockenrasen auf kalkreichem Untergrund den Schiller-grasrasen (Gentiano-Kolerietum) und die basenreichen bis basenarmen auf Basalt oder Kieselkonglomerat vorkommenden den Trifthafer-Halbtrockenrasen (Gen-tiano-Kolerietum agrostietosum) zuge-ordnet.

Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris)

Qualitätsmerkmale für gut ausgebildete Halbtrockenrasen sind:

  • Kurzrasigkeit
  • Fehlende Verfilzung
  • Kräuter- und Artenreichtum
  • Dominanz niedrigwüchsiger Arten
  • Kleine Vegetationslücken

Halbtrockenrasen gehören zu den gesetzlich geschützten Biotopen (gemäß § 30 BNatSchG in Verbindung mit dem § 13 (1) HAGBNatSchG).

Pflanzen und Tierwelt

  • Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera)
  • Herbst-Schraubenstendel (Spiranthes spiralis)
  • Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum)
  • Franzen-Enzian (Gentianella ciliata)
  • Astlose Graslilie (Anthericum liliago)
  • Eiblättriges Sonnenröschen (Helianthemum ovatum)

Kennzeichnend für die beweideten Halbtrockenrasen sind die Pflanzenarten Stengellose Kratzdistel (Cirsium acaule) und Fransen-Enzian (Gentianella ciliata). Erstere ist noch weit verbreitet, der Enzian ist jedoch im Planungsgebiet nur noch an wenigen Stellen zu finden.

In den Halbtrockenrasen des Projektgebietes kommen regelmäßig folgende typischen Arten vor:

  • Knolliger Hahnenfuß (Ranunculus bulbosus)
  • Gold-Distel (Carlina vulgaris)
  • Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum)
  • Aufrechte Trespe (Bromus erectus)
  • Eiblättriges Sonnenröschen (Helianthemum ovatum)
  • Gemeiner Wundklee (Anthyllis vulneraria)
  • Pyramiden-Kammschmiele (Koeleria pyramidata)
  • Tauben Skabiose (Scabiosa columbaria)

Auf den eher basenärmeren Standorten dominieren Arten wie Rotes Straußgras (Agrostis tenuis), Hasenbrot (Luzula campestris) und Trifthafer (Helicotrichon pratense). Sie vermitteln schon zu den Borstgrasrasen mit folgenden Arten: Hunds-Veilchen (Viola canina), Blutwurz (Potentilla erecta), Dreizahn (Danthonia decumbens), Heide-Nelke (Dianthus deltoides) und Besenheide (Calluna vulgaris). Wärmeliebende Arten wie Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris) und Feldmannstreu (Eryngium campestre) finden sich v. a. in den Tieflagen der Wetterau, am Rande des Vogelsbergs und des Taunus fehlen sie.

Floristische Besonderheiten des Projektgebietes von landesweiter Bedeutung sind:

  • Steppenfenchel (Seseli annuum),
  • Rosskümmel (Laser trilobium)
  • Gewöhnliche Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris),
  • Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera)
  • Kalk-Aster (Aster amellus)

Floristische Besonderheiten des Projektgebietes, die in Hessen vom Aussterben bedroht Arten sind

  • Herbst-Schraubenstendel (Spiranthes spiralis)
  • Rötliches Fingerkraut (Potentilla heptaphylla).
  • Langgestielte Mannschild (Androsacae elongata) – einziges Vorkommen in Hessen

Reptilien können häufiger beobachtet werden, insbesondere die Zauneidechse (Lacerta agilis), aber auch Schlingnatter (Coronilla austriaca) und Ringelnatter (Natrix natrix) sind in einzelnen Teilgebieten anzutreffen.

Erhaltungszustand des Lebensraumtyps Halbtrockenrasen (LRT 6212) im Projektgebiet

Der Lebensraumtyp kommt in 56 der 65 Teilgebiete vor. Sie umfassen eine Gesamtfläche von 26,2 ha. Aufgrund der Artenausstattung und Habitatstrukturen wurden über 39,3 % der LRT-Flächen mit „gut“ bewertet. Deutlich mehr als die Hälfte der Flächen (60,7 %) sind nur in schlechtem Zustand anzutreffen.

Gefährdungen

Gefährdungen im Projektgebiet sind v. a. die Nutzungsaufgabe, bzw. eine unzureichende Nutzung und daraus folgend eine Verbrachung und Verbuschung der Magerrasen. Gehölze wie Besenginster und Pioniergehölze wie Salweide, Birke und Zitterpappel sind in fast allen Flächen zu finden.

Geplante Maßnahmen

Zur Verbesserung der Beweidungsmöglichkeiten und damit des Zustandes der Magerrasen ist die Entkusselung vieler Magerrasen geplant. Darüber hinaus werden mobile Schafnetze und Obstbaumschutz als Verbissschutz angeschafft. Die Wasserversorgung für die Schafe wird verbessert. Diese Maßnahmen sollen die Beweidungsfähigkeit der Magerrasen begünstigen.

Größere Entbuschungen sind geplant um die Magerrasenflächen zu vergrößern und eine Verbindung zwischen den einzelnen Flächen zu ermöglichen.

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Ein hessisches Life+ Projekt


Online: http://www.wetterauer-hutungen.de/de/naturschutz/lebensraumtypen/6212-submediterrane-halbtrockenrasen/
Datum: 23.05.2018
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