Sie sind hier: home// Naturschutz// Pflanzenwelt

Sie sind im Bereich Naturschutz

Pflanzenwelt

Blühender Magerrasen
Blühender Magerrasen - Blütenreichtum trotz Wasser- und Nährstoffmangel

Die typischen Pflanzen der Wetterauer Hutungen sind Überlebenskünstler. Sie müssen es auch sein! Denn sie wachsen auf trockenen, mageren (nährstoffarmen) Böden und mehrmals im Jahr findet ein Weidegang statt, bei dem oft ein Großteil der vorhandenen Blätter und auch Blüten verloren geht. Sie zeigen deshalb viele Formen der Anpassung an den Standort. Dornen, Gift- oder Bitterstoffe helfen z.B. gegen Tierfraß. Ein niedriger Wuchs, Wasserspeicherung oder Verdunstungsschutz wurden entwickelt, um Trockenheit zu überstehen. Es gibt auch Pflanzen, die eine andere Überlebensstrategie aufweisen: Sie überdauern den Sommer einfach in Form von Samen. Beispiele für diese speziellen Anpassungen finden Sie in den Artenportraits.

Die Pflanzen kommen mit den extremen Bedingungen ihres Standorts gut zurecht – oft erstaunlich gut. Probleme haben sie allerdings, sobald höherwüchsige Pflanzen begünstigt werden. Das ist z.B. bei Wegfallen der Beweidung der Fall. Zunehmend dichterer Grasfilz breitet sich aus, Nährstoffe reichern sich an. Erst siedeln sich häufige Arten an und später überwachsen Gehölze die ehemaligen Hutungsflächen - bis man nicht einmal mehr erahnt, dass es sie je gegeben hat. Verbrachung und Verbuschung ist deshalb eine der häufigsten Gefährdungen der typischen Pflanzen der Hutungen.

Die Pflanzenarten der Hutungen sind auf Lebensräume spezialisiert, die auch früher schon nur kleinere Bereiche der Landschaft eingenommen haben (Bergkuppen, steinige Hänge). Mit dem Rückgang der beweideten Hutungsflächen sind viele von Ihnen sehr selten geworden, manche sind sogar vom Aussterben bedroht. Die Erhaltung der Hutungsflächen dient deshalb auch der Artenvielfalt.

In der überwiegend intensiv genutzten Kulturlandschaft der Wetterau mit ihrer Armut an Arten kommt den relativ kleinflächigen Magerrasen im Projektgebiet eine herausragende Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt der Region zu. Im Wetteraukreis umfassen die Magerrasen nur 0,17 % der Landkreisfläche, beherbergen jedoch einen bedeutenden Anteil der im Kreis vorkommenden, gefährdeten Pflanzenarten. Auf diesen Inseln der Biodiversität leben im Projektgebiet insgesamt 76 bestandsbedrohte höhere Pflanzenarten und 32 gefährdete Flechtenarten.

Nach oben

Ein hessisches Life+ Projekt


Online: http://www.wetterauer-hutungen.de/de/naturschutz/pflanzenwelt/
Datum: 23.02.2018
© 2018 Life+ Projekt Wetterauer Hutungen – Alle Rechte vorbehalten.