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Artenportraits für typische Tierarten

Für viele Tierarten ist die Größe ihres Lebensraums entscheidend. Wenn die Flächen an einem Ort zu klein sind, um eine Population am Leben zu erhalten und kein Austausch mit anderen Flächen stattfindet, sterben sie hier aus. Damit gefährdet die Schrumpfung und Verinselung der Magerrasen z.B. durch Verbuschung das Vorkommen von spezialisierten Tierarten.

Besonders Insekten weisen eine große Artenvielfalt in den Hutungen auf, was nicht auf den ersten Blick ins Auge fällt. Zoologen müssen besondere Methoden anwenden, um ihren Artenbestand zu erfassen. So lassen sich Nachtfalter durch Lichtfallen oder duftende Lockmittel anlocken. Andere Arten sind nur durch das Aufstellen von Bodenfallen nachzuweisen. Dazu kommt, dass diese Arten oft nur durch Tötung und Präparation zu unterscheiden sind. All dies ist sehr aufwändig, so dass es nur in bestimmten Fällen durchgeführt wird.

Die Artenvielfalt der Tiere ist damit - im Gegensatz zu den Pflanzen – viel schwerer zu erkennen. Trotzdem geht man davon aus, dass etwa die zehnfache Anzahl von Tierarten im Verhältnis zu den vorhandenen Pflanzenarten auf einer Fläche vorkommt.

Neuntöter (Lanius collurio)

Neuntöter (Lanius collurio)

Der Neuntöter (Lanius collurio) sucht die Magerrasen aufgrund ihres herausragenden Futterangebotes auf und benötigt Dornenbüsche in den Hutungen als Ansitzwarte und Brutplatz. Seinen Namen erhielt er aufgrund des Volksglaubens, dass er erst neun Beutetiere aufspießt, bevor er eins verspeist. Dieser Singvogel betreibt tatsächlich eine Vorratshaltung und spießt seine Beute auf Heckendornen auf.

Zauneidechse (Lacerta agilis)

Zauneidechse (Lacerta agilis)

Auf Magerrasen sieht man eine Zauneidechse meist in dem Moment, in dem sie davon huscht, weil man ihr zu nahe gekommen ist. Wenn man aufpasst, kann man dann auch feststellen, wo sie ihren Unterschlupf hat. Steinhaufen, Mauern oder Mauselöcher sind geeignet. Zur Paarungszeit ist das Männchen sehr prächtig leuchtend grün (mit braunen Bereichen) gefärbt. Das Weibchen ist dagegen mit verschiedenen Brauntönen unauffällig und gut getarnt. Die Art ist streng geschützt.

Schwalbenschwanz (Papilio machaon)

Schwalbenschwanz (Papilio machaon)

Die Raupe des Schwalbenschwanzes ernährt sich von Doldenblütern, die sowohl auf Hutungen, als auch z.B. auf Brachflächen vorzufinden sind. Die Falter fallen oft beim sogenannten „Hilltopping“ auf. Das heißt, die Falter suchen hoch gelegene Orte auf, um sich zur Paarung leichter zu finden. Dabei gleiten sie wie Segelflieger und nutzen die Thermik.

Purpur-Baumwanze (Carpocoris purpureipennis)

Purpur-Baumwanze (Carpocoris purpureipennis)

Wanzen, wie die Baumwanzenart Carpocoris purpureipennis, treten auf Magerrasen in vielfältigen Formen und Farben auf. Die meisten Arten ernähren sich von Pflanzensäften, die sie mit ihrem langen Rüssel aufsaugen. Ferner haben etliche Arten, Stinkdrüsen mit denen sie übel riechende und zum Teil giftig wirkende Stoffe abgeben können. Damit vertreiben sie ihre Angreifer.

Schachbrettfalter (Melanargia galathea)

Schachbrettfalter (Melanargia galathea)

Zwei Schachbrettfalter (Melanargia galathea) decken ihren Mineralienbedarf am Schafkot. Ihre Raupen ernähren sich von Gräsern. Die Falter sind oft auf den auffälligen Blüten der Flockenblume, Skabiose oder Kratzdistel zu beobachten. Dort saugen sie von Ende Juni bis August Nektar.

Große Ochsenauge (Maniola jurtina)

Großes Ochsenauge (Maniola jurtina)

Das Große Ochsenauge (Maniola jurtina) ist im Grünland weit verbreitet, weil seine Raupen an Gräsern fressen. Die Falter sind von Anfang Juni bis Anfang September zu beobachten. Die Vorderflügel der männlichen und weiblichen Falter unterscheiden sich in ihrer Färbung; das nennt man Geschlechtsdimorphismus.

Grün-Widderchen (Procris spec.)

Grün-Widderchen (Procris spec.)

Acker-Witwenblumen (Knautia arvense) sind für viele Falter, wie diese Grün-Widderchen (Procris spec.), eine wichtige Nahrungsquelle. Die Widderchen (Zygaenidae) sind eine Schmetterlingsfamilie, die zu den Nachtfaltern gehört.

Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caereulescens)

Blauflüglige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)

Die Blauflüglige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) ist auf steinigen Boden gut getarnt. Namensgebend sind ihre blaue Flügelzeichnung sowie ihre Vorliebe für trockene und vegetationsarme Lebensräume.

Heidegrashüpfer (Stenobothrus lineatus)

Heidegrashüpfer (Stenobothrus lineatus)

Der Heidegrashüpfer (Stenobothrus lineatus) ist in dauerhaft kurzrasigen Magerrasen und Felskuppen zu finden. Er bevorzugt nach Süden geneigte, steile Böschungen, die möglichst in Hutebeweidung von Schafen kurz gehalten werden. Er gehört zu den Kurzfühlerschrecken.

Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima)

Grüne Heupferd (Tettigonia viridissima)

Das Grüne Heupferd (Tettigonia viridissima) ist nur zu entdecken, wenn es die dichte Vegetation verlässt. Es ist, mit etwa 4 cm Länge, eine der größten in Mitteleuropa vorkommenden Langfühlerschrecken. Im Gegensatz zu den Kurzfühlerschrecken haben sie körperlange Fühler. Sie zählt zur Familie der Laubheuschrecken.

Rosenkäfer (Potosia cuprea)

Rosenkäfer (Potosia cuprea)

Der attraktive, grünmetallisch glänzende Rosenkäfer (Potosia cuprea) ist häufig im Sommer auf Halbtrockenrasen anzutreffen. Seine Larve benötigt drei Jahre für ihre Entwicklung, sie lebt im Mulm von Eichen und Obstbäumen. Die Käfer ernähren sich überwiegend von reifen Früchten, Pflanzensäften, Nektar und Pollen. Der Rosenkäfer ist streng geschützt.

Eichblatt-Radspinne (Aculepeira ceropegia)

Eichblatt-Radspinne (Aculepeira ceropegia)

Die Eichblatt-Radspinne (Aculepeira ceropegia) spannt ihre Netze im sonnigen Gelände in Bodennähe zwischen höheren krautigen Pflanzen. Bei der geringsten Störung lässt sich die Spinne sofort zu Boden fallen, um später, wenn die Gefahr gebannt ist, an ihrem Sicherheitsfaden wieder ins Versteck zurück zu klettern.

Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta)

Gehörnte  Mauerbiene (Osmia cornuta)

Die  schwarz-rote Gehörnte  Mauerbiene (Osmia cornuta) ist eine der hübschesten Wildbienenarten, die wir im Frühjahr beobachten können. Sie „mauern“ aus lehmiger Erde die Trennwände ihrer Brutzellen und sammeln dann an allen verfügbaren Frühjahrsblühern Pollen und Nektar als Proviant für ihre Larven. Beim Einbringen des Pollens in die Nisthilfen können die friedlichen Tiere aus nächster Nähe beobachtet werden.

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Ein hessisches Life+ Projekt


Online: http://www.wetterauer-hutungen.de/de/naturschutz/tierwelt/artenportraits-fuer-typische-tierarten/
Datum: 23.02.2018
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